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dag.

Das Strategiepapier „Joint

Vision 2020“ beschreibt den

Weg der US-Heeresführung

zur „totalen Dominanz auf

jedem Gebiet“. Dafür gelte es,

„die US-Truppen noch präzi-

ser, schneller und tödlicher zu

machen, um sämtliche potenti-

ellen Gefahren für die globalen

Interessen der USA bekämpfen

und ausschalten zu können“.

Nun gab US-General Robert

Cone bekannt, dass 60.000

Soldaten bis Ende 2015 durch

Roboter ersetzt werden sollen.

Drohnen sollen ihre Missi-

onen autonom ausführen und

ihre Bewaffnung soll auf

mehr als eine Tonne Bomben

und Raketen erhöht werden.

Mit Hilfe von biotechnolo-

gischen Mitteln sollen Solda-

ten bis zu sieben Tagen ohne

Schlaf auskommen und frei

von Schmerzempfinden wer-

den. Selbst die Gedanken

der Soldaten will man zu-

künftig steuern. All diese

nach Science Fiction klingen-

den bedrohlichen Entwick-

lungen sollen in Zukunft

die „Killerstrategie“ der USA

noch vielseitiger und grau-

samer machen.

[6]

Ausgabe 30/14

S&G Hand-Express

ham.

Als letztes Land kam

im Zuge des sogenannten

„Arabischen Frühlings“ Sy-

rien an die Reihe. Geostrate-

gisch interessant ist der relativ

kleine Staat nicht nur durch

seine Erdöl- und Erdgasreser-

ven, die ja in der gesamten

Nahost-Region existieren. Sy-

rien gilt auch als enger Ver-

bündeter des Iran, der im Be-

sitz der weltweit zweitgrößten

Erdölvorkommen ist.

Der seit März 2011 anhalten-

de bewaffnete Konflikt for-

derte bisher mehr als 100.000

Todesopfer und hat Millionen

von Menschen zu Flüchtlin-

gen gemacht. Ständig nachrü-

ckende Söldnertruppen und

Waffenlieferungen vom Aus-

land her hielten den zermür-

benden Bürgerkrieg am Le-

ben. Dabei setzte eine Me-

dienkampagne ein, die Sy-

riens demokratisch gewähl-

ten Staatsführer Assad als

„Tyrann“ beschimpfte, der

Chemiewaffen gegen die ei-

gene Bevölkerung einsetze.

Ein Ende des bewaffneten

Konflikts ist jedoch nicht in

Sicht. Die USA streben nun

einen Gerichtsprozess gegen

den Anfang Juni 2014 wieder

gewählten Präsidenten Assad

an. Die gesammelten Beschul-

digungen gegen Assad sollen

einen der „qualitativ besten

internationalen Prozesse ge-

gen einen Staatschef“ ermögli-

chen.

[5]

ham.

Jahrzehntelang hatte

Libyens Staatsführer Gaddafi

die amerikanischen Bemü-

hungen um eine Vorherrschaft

in Afrika erfolgreich blockiert.

Allen Destabilisierungsversu-

chen zum Trotz genoss Gad-

dafi in Afrika hohes Ansehen,

nicht zuletzt aufgrund des ein-

zigartigen Trinkwasserprojekts

„Great-Man-Made-River“ oder

der angestrebten afrikanischen

Einheitswährung. Als der vom

US-Dollar unabhängige Gold-

Dinar 2010 kurz vor der Ein-

führung stand, begann in der

westlichen Welt die anhalten-

de Medienkampagne gegen

den „größenwahnsinnigen Ty-

rannen“. Schnell entstand ei-

ne aufständische Oppositions-

bewegung, und im Sommer

2011 erhielten die ins Land

strömenden Rebellen und Söld-

nertruppen Schützenhilfe durch

die US-Luftwaffe mit ihren

NATO-Verbündeten: Durch

Luftangriffe mit seegestütz-

ten Marschflugkörpern auf li-

bysche Städte wurden militä-

rische Anlagen, Regierungs-

gebäude sowie wichtigste In-

frastruktur des Landes gezielt

zerstört. Gleichzeitig gewan-

nen die US-finanzierten Re-

bellentruppen zunehmend die

Kontrolle im Land und mach-

ten den sich auf der Flucht

vor den Bombenangriffen be-

findenden Gaddafi in seiner

Heimatstadt Sirte ausfindig.

Ohne irgendeinen Gerichts-

prozess wurde der bereits ge-

stürzte Staatsführer misshan-

delt und regelrecht exekutiert,

was die westlichen Medien

schließlich als historischen

„Sieg der Demokratie über

den tyrannischen Machthaber“

feierten.

[4]

sl.

Bereits vor dem offiziellen

Beginn des Irakkriegs 2003

gab es Bemühungen, das Land

unter die Kontrolle der USA zu

bringen. Dazu wurden durch

die CIA zahlreiche Oppositi-

onsgruppen unterstützt. Die

bedeutsamste Dachorganisati-

on war der Iraqi National

Congress (INC), der schon

1995 am erfolglosen Putsch

gegen Saddam Hussein betei-

ligt war. Da der Regimewech-

sel von innen nicht durch-

führbar schien, wurde eine

gezielte mediale Desinforma-

tionskampagne gestartet. Eine

Studie des „Centers for Public

Integrity“ ergab, dass die

Regierung Bush im Vorfeld

des Irakkriegs 935 bewusste

Falschaussagen veröffentlicht

habe. Die meisten konzent-

rierten sich auf die Anschuldi-

gung, der Irak wäre an den

Attentaten vom 11. Sept. 2001

beteiligt gewesen* und dem

angeblichen Besitz von ABC-

Massenvernichtungswaffen**.

Dem widersprachen aller-

dings die Berichte der UN-In-

spekteure, sodass keine UN-

Resolution zustande kam. Da

aber der US-Kongress bereits

1998 im „Iraq Liberation Act“

den Regimewechsel festge-

legt hatte, wurde eine „Koali-

tion der Willigen“ geschmie-

det. Nach Ablauf eines Ulti-

matums gegen Saddam Hus-

sein folgten Angriffe mit

Marschflugkörpern und Luft-

schläge sowie ein desaströser

Bodenkrieg unter Einsatz von

mehr als 1.000 Tonnen Uran-

munition, die heute noch weite

Landstriche radioaktiv verseu-

chen. Schließlich wurde Sad-

dam Hussein am 13.12.2003

festgenommen und von einem

Kriegsgericht zum Tode ver-

urteilt.

[3]

„Killerstrategie“ im Irakkrieg

Libyen – die systematische

Zerstörung eines blühenden Landes

Schlusspunkt ●

„In der Politik geschieht nichts zufällig.

Und wenn etwas geschieht, so kann man davon ausgehen,

dass es genau so geplant war.”

Franklin D. Roosevelt, ehem. US-Präsident

Quellen:

[3]

www.al-bab.com/arab/countries/iraq/opposition.htm

|

https://de.wikipedia.org/wiki/Strategie_der_Spannung

|

http://de.wikipedia.org/wiki/Irakkrieg

|

[4]

Anti-Zensur-Zeitung 10/2011 | S&G 1/2012 und 24/2012 |

www.a-w-i-p.com/index.

php/2011/04/15/libya-s-great-man-made-river |

[5]

http://de.ria.ru/security_and_military/20131022/267127296.html

|

http://de.ria.ru/politics/20130919/266906315.html

| S&G-Ausgabe 56/2013 |

[6]

www.heise.de/tp/artikel/6/6840/1.html

|

https://archive.today/almZA

|

www.welt.de/wissenschaft/article8853653/

|

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/01/26/us-armee-will-soldaten-durch-kampf-roboter-ersetzen/

|

www.fs.fed.us/fire/doctrine/genesis_and_evolution/source_materials/joint_vision_2020.pdf

„Killerstrategie“ in Syrien

US-Kriegsführung: Allumfassende Vorherrschaft

*Der Irak hatte als einziges

Mitgliedsland der Vereinten

Nationen der Verurteilung der

Anschläge nicht zugestimmt.

**Atomare, Biologische

und Chemische Waffen

[siehe auch S&G 15/2014:

„US-Faustrecht statt Frieden“]